Was lange währt…

Mit diesen Worten begann die Email der Robert Bosch Stiftung, nachdem endlich die Entscheidung gefallen war, dass dieses Projekt in das Förderprogramm „Neue Wege im Wissenschaftsjournalismus“ aufgenommen würde. Gewährt hatte die Idee einer Zusammenführung von Kunst und Wissenschaft in einem journalistischen Wissenschaftsfeuilleton tatsächlich lange. Vor zwei Jahren hatte ich zusammen mit Joachim Müller-Jung ein Pilotprojekt zum Thema Algen mit dem Künstler Friedrich Liechtenstein (der in der Zwischenzeit Bekanntheit unabhängig von seinem damaligen Herzensthema „Algen“ erlangt hat) und dem Wissenschaftler Otto Pulz durchgeführt. Daraus entstand die Idee einer multimedialen Serie, die das gleiche Konzept auf verschiedene Themen anwendet: ein Thema, zwei Menschen, zwei Perspektiven, die schließlich in einem Gespräch aufeinandertreffen.

FotoDabei soll es, und das ist wichtig, nicht in erster Linie um eine wirkliche Zusammenführung von Kunst und Wissenschaft gehen. Die Erwartung ist nicht, dass Künstler und Wissenschaftler sich treffen und plötzlich wie durch eine chemische Reaktion etwas wunderbares Neues entsteht, in dem Kunst und Wissenschaft sich zu etwas Größerem vereinigen (wenn so etwas passieren würde, würden wir natürlich trotzdem dankbar mit der Kamera draufhalten). Ich persönlich glaube nicht, dass Künstler durch den Dialog mit Wissenschaftlern unbedingt zu besseren Künstlern oder Wissenschaftler durch künstlerischen Input zu besseren Wissenschaftlern werden. Die Motivation dieses Projektes ist eher philosophischer Art: Was können wir lernen, wenn wir Phänomene in der Welt einerseits aus künstlerischer Perspektive, andererseits in wissenschaftlicher Sichtweise betrachten? Und gleichzeitig: Was können wir, wenn wir dieses Experiment durchführen, darüber lernen, was Kunst und Wissenschaft selbst ausmacht?

Das Gute an dem Konzept ist: es ist kein Beinbruch, wenn den Leser diese Fragen nicht so richtig interessieren. Sie sind quasi Bonustrack. Denn in jedem Fall wird es auf der Seite davon unabhängig einfach spannende Interviews und hübsche Bilder zu entdecken geben. So die Hoffnung. Denn was lange währt sollte ja dann eigentlich auch gut werden.

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